Kirchliches Schulamt in Offenbach am Main

Schulseelsorge

Die Schulseelsorge nimmt für die EKHN eine Kernaufgabe der kirchlichen Präsenz und Mitgestaltung in der Schule wahr. Sie will mitten im Leben und nah bei den Menschen in der Schule sein, sie seelsorgerlich begleiten und den Lebensraum Schule mitgestalten. Die Schulseelsorge orientiert sich an der Leitfrage Jesu: „Was möchtest du, dass ich dir tun soll?“ und reflektiert die Situation und den Bedarf der Menschen im Horizont des Evangeliums. Darin wird Schulseelsorge als „Kirche für andere“ (Bonhoeffer) wahrnehmbar und erlebbar.

Konkret umfasst die Schulseelsorge folgende Aufgaben:
1. die qualifizierte seelsorgliche Begleitung aller Menschen im Lebensraum Schule,
2. geistliche Angebote (Schulgottesdienste, Meditationen),
3. Bildungs- und Freizeitangebote,
4. Gestaltung von Schule als Lebensraum,
5. die ökumenische Kooperation und die Vernetzung mit dem kirchlichen und sozialen Umfeld einschließlich staatlicher Hilfs- und Beratungsstellen.

Stellen der Schulseelsorge
Die Schulseelsorge wird haupt- oder ehrenamtlich im Auftrag der Kirchenleitung wahrgenommen.
Hauptamtlich wird die Schulseelsorge durch beauftragte Pfarrerinnen und Pfarrer im Gestellungsvertrag wahrgenommen..
Die ehrenamtliche Schulseelsorge erfolgt durch Lehrerinnen und Lehrer, die das Fach Evangelische Religion unterrichten.

Hauptamtliche Schulseelsorge
Zur Förderung von seelsorglichen Angeboten in der Schule kann Pfarrerinnen und Pfarrern im Gestellungsvertrag ein kirchlich finanzierter Dienstauftrag für Schulseelsorge erteilt werden. Er umfasst in der Regel ein Viertel des Stundendeputates einer vollzeitbeschäftigten Lehrkraft.

Vor der Erteilung des Dienstauftrages werden durch das zuständige Kirchliche Schulamt die folgenden Punkte geklärt:
1. seelsorgliche Herausforderungen im religiösen, bildungsmäßigen und sozialen Bereich der Schule und ihres Umfeldes,
2. Abstimmung mit dem Schulprofil,
3. Grundversorgung der Schule mit Religionsunterricht,
4. Raumangebot für Schulseelsorge,
5. Kooperationsmöglichkeiten mit der Kinder- und Jugendarbeit in Kirchengemeinden und im Dekanat, auch im Blick auf Räume und technische Möglichkeiten.

Der Direktor des zuständigen kirchlichen Schulamtes trifft mit der Schule die Vereinbarungen für die Einrichtung, Ausgestaltung und Vergabe des Schulseelsorgeauftrages.
Die Dienst- und Fachaufsicht für die Schulseelsorge liegt beim zuständigen Kirchlichen Schulamt, ebenso die Personalentwicklung und die Kooperation zwischen Kirche und Schule.
Das zuständige Kirchliche Schulamt erstellt eine Dienstanweisung. Zu den Dienstpflichten gehören neben den genannten Aufgaben die Teilnahme an Dienstbesprechungen der Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger mit den Direktoren der Kirchlichen Schulämter. Zum Schuljahresende ist ein Tätigkeitsbericht für das zurückliegende Schuljahr zu erstellen und an das zuständige Kirchliche Schulamt zu senden. Innerhalb von drei Jahren nach Erteilung des Dienstauftrages ist an einer berufsbegleitenden Weiterbildung teilzunehmen.

Ehrenamtliche Schulseelsorge
Der Direktor des zuständigen Kirchlichen Schulamtes klärt in Zusammenarbeit mit der Schulleitung den Bedarf, sowie die personellen und organisatorischen Voraussetzungen für einen Schulseelsorgeauftrag im Ehrenamt.
Für eine Beauftragung zur Schulseelsorge im Ehrenamt ist die erfolgreiche Absolvierung des Weiterbildungskurses „Schulseelsorge“ des Religionspädagogischen Institutes verbindliche Voraussetzung.
Die Schule muss die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Schulseelsorge schaffen. Hierzu gehört ein eigener Raum für die Schulseelsorge sowie eine mindestens einstündige Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung.
Die Kirchenleitung erteilt den Auftrag zur Schulseelsorge im Ehrenamt. Der Direktor des zuständigen Kirchlichen Schulamtes nimmt die Beauftragung vor und ist für die Fach- und Dienstaufsicht der Schulseelsorgerinnen und -seelsorger zuständig.
Der Schulseelsorgeauftrag ist an die Schule gebunden und endet mit dem Wechsel an eine andere Schule.
Der Schulseelsorgeauftrag kann von der Kirchenleitung oder von der Schule mit einer Frist von einem Vierteljahr zum Schulhalbjahr beendet werden.

Seelsorgegeheimnis
Das Seelsorgegeheimnis ist konsequent zu wahren, auch nach Beendigung des Dienstes in der Schulseelsorge.

Aus- und Fortbildung
Das Religionspädagogische Institut ist für die Weiterentwicklung und Organisation der Aus- und Fortbildung im Bereich Schulseelsorge zuständig. In Zusammenarbeit mit den Kirchlichen Schulämtern unterstützt das Religionspädagogische Institut die konzeptionelle Entwicklung der Schulseelsorge.

Schulseelsorgekonferenz
In gemeinsamer Verantwortung veranstalten das Schulreferat, die kirchlichen Schulämter und das Religionspädagogische Institut jährlich eine Schulseelsorgekonferenz für alle Schulseelsorgerinnen und -seelsorger der EKHN.

Für Rückfragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Direktor des Kirchlichen Schulamtes Gießen.

Rechtsverordnung für die Schulseelsorge

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